#WhatWeNeed for a #BetterLife in the #Philippines

Was wir auf den Philippinen für ein besseres Leben brauchen

Im Sommer 2015 schrieb ich einen Essay. Es ging um humanitäre Hilfe, wie deutsche Medien über sie berichten und was sie daran verbessern können, um mehr Menschen zu erreichen. Den Aufsatz schickte ich der Aktion Deutschland Hilft e.V. Das Bündnis deutscher Hilfs­organisationen suchte sechs Nachwuchs­journalisten, die in ein Krisengebiet reisen und ihre Ideen einer innovativen Berichterstattung in die Praxis umsetzen sollten. Wenige Wochen später bekam ich Bescheid: ich hatte es unter die letzten Sechs geschafft! Während sich die anderen Wettbewerbsteilnehmer nach Guatemala, Somalia, Nepal, Jordanien und in den Libanon aufmachten, standen auf meinem Los die Philippinen. Im November 2013 hatte der Supertaifun Yolanda schwere Zerstörungen in den mittelphilippinischen Visaya-Provinzen Cebu, Leyte und Samar hinterlassen. Und genau dorthin flog ich am 6. Januar 2016 für zehn Tage. Drei deutsche Organisationen baten ihre lokalen Partner, mir Hilfsprojekte für die Opfer von Yolanda zu zeigen. So lernte ich auch drei Herangehensweisen kennen, wie sie den Betroffenen zu helfen versuchen: die medizinische Versorgung und Anleitung zur Selbsthilfe von Dörfern im Norden von Cebu (LandsAid & Visayas Primary Health Care Services), den Bau von Häusern und Booten für Fischer auf den Inseln Bantayan und Hilantagaan (TERRA TECH & HELP for Peace) sowie die Unterstützung traditioneller Handwerksarbeit im Westen der Provinz Samar (CARE).

Die folgenden Geschichten habe ich von meiner Reise mitgebracht.

 

Die Angst vor dem Regen

Zwei Jahre und zwei Monate sind seit Taifun Yolanda vergangen. Viele Häuser sind heute wieder bewohnt, die Felder bestellt. Was geblieben ist und womöglich immer bleiben wird, sind die Bilder im Kopf – vom Morgen des 8. November 2013.

„Natürlich haben wir in den Nachrichten davon gehört.“ Anita sitzt am Esstisch ihres kleinen Hauses in Basey, einem Ort etwa 1,5 Stun­den Auto­fahrt von der Provinz­haupt­stadt Tacloban entfernt. „Aber Taifune ge­hö­ren zu unserem Alltag.“ Zum Meer sind es nur wenige Minuten zu Fuß. In der Nacht, bevor der folgenschwerste Taifun in der Geschichte der Philippinen kam, saß sie mit ihrer Familie hier. Die Möbel sind nicht mehr dieselben, aber genau an diesem Platz hat auch der alte Tisch gestanden. „Die Medien haben von ’storm surge‘ gesprochen – Sturmflut. Darunter konnte sich keiner etwas vorstellen.“ Heute weiß Anita, wie ernst diese Vorhersage zu nehmen ist.

8/11/13, 2 a.m.

Die Familie isst miteinander. Nur um sicherzugehen, falls der Taifun schlimmer wird als erwartet. Die letzte Mahlzeit gibt es gegen 5 Uhr – es ist das letzte Mal für die darauffolgenden zwei Tage. Zwischen 6 und 7 Uhr morgens regnet es immer stärker. Der Sturm drückt gegen die Wände. Die Sicht ist getrübt. Palmblätter wirbeln hin und her, die langen Stämme unter ihnen biegen sich. Als Anitas Tochter ein Auto bemerkt, das sich in der Straße vor ihrem Haus ohne Fahrer bewegt, wird sie unruhig. Kurz darauf folgt ein Haus. Getragen vom Wasser. Anita und ihr Mann, die Tochter, die siebenjährige Enkelin und sieben Familien aus der Umgebung flüchten in das obere Stockwerk des Hauses. Das Wasser im Erdgeschoss steigt schnell an und erreicht bald die oberste Treppenstufe. Anitas Enkelin klammert sich an ihre Hand. „Ich dachte, jetzt sterben wir. Das ganze Dorf.“

Fast zeitgleich in der Stadt Tacloban packt auch die Kos­me­ti­kerin Marietta ihre Tochter und ihre En­kelin, um in dem höheren Ge­bäude nebenan Schutz zu finden. „Was hast Du mitge­nommen?“, frage ich sie. „Papiere, Ausweise, irgend­etwas Wert­volles?“ Marietta lacht und schüttelt den Kopf. Sie lacht viel während sie erzählt. Aber ihre Augen glänzen feucht. „Ich hab nur an das Wertvollste gedacht, das ich habe“, sagt sie. „Und das ist meine Familie.“

Mariettas Kollegin Mary Ann lebt auf einer Anhöhe von Tacloban.

Ihr Haus ist stabil, aber als sie am Morgen aus dem Fenster blickt, hält sie ihren kleinen Sohn fest im Arm und betet. Von oben kann sie dabei zusehen, wie die Stadt vollläuft. Wie Gegenstände durch die Luft fliegen und Menschen in ihrer Verzweiflung Strommasten emporklettern. Und dann sieht sie gar nichts mehr. Ein dichter Regendunst umhüllt alles, sogar die Häuser in ihrer unmittelbaren Umgebung. Der Strom ist weg. Wer keinen Generator hat, wartet ein Jahr darauf, bis die Elektrizität wieder geht.

24 Stunden lang warten die Frauen ab.

Dann ist der Wasserstand im Haus gesunken. In Anitas Esszimmer liegt mehr als ein Meter hoch Schlamm. „Wir wussten gar nicht, wo wir anfangen sollen.“ Mariettas Haus ist nicht mehr da. Sie hatte es sich von ihrem kleinen Verdienst zusammengespart. In den Überresten findet sie ihren aufgelösten Ausweis. Bis sie einen neuen bekommt, vergehen Monate. Im Kosmetiksalon in der Straße von Downtown, die zum Hafen führt, muss das Wasser bis zur Decke im ersten Stock gestanden haben. Die Spiegel sind zerbrochen, die gesamte Einrichtung kann auf den Müll. „In der ersten Woche nach Yolanda waren wir wie Zombies“, sagt Marietta. „Die Menschen hatten Hunger und Durst. Sie haben sich um Nahrung geprügelt, haben geklaut und sich überfallen. Überall lagen Leichen und Tierkadaver. Inhaftierte waren aus dem Gefängnis ausgebrochen. Wir hatten nur noch Angst draußen, besonders wenn es dunkel wurde.“

Die Infrastruktur ist zerstört.

An kaputten Tankstellen ziehen Menschen mit Plastikflaschen an einer Schnur Benzin aus dem Boden, um der Geisterstadt irgendwie zu entkommen. Jeepneys, die kleinen Transportbusse, fahren nicht mehr. NGOs verteilen Cholera-Impfungen, die Bergung der Leichen dauert. Bis heute ist die genaue Anzahl der Todesopfer unklar. „Die Toten wurden in Plastikhüllen abtransportiert und die Plastikhüllen durchgezählt, aber in manchen befand sich mehr als eine Leiche“, erzählt Marietta. Es entstehen Massengräber, um die Ausweitung von Epidemien aufzuhalten. Viele Opfer haben tagelang unter dem Schlamm gelegen und sind so verwest, dass sie nicht identifiziert werden können. Ein 39-jähriger Hairstylist aus Mariettas Salon wird seit Yolanda vermisst. Seine Familie will die Hoffnung nicht aufgeben, dass er auf eine Insel gespült wurde und einfach nur noch nicht zurückkommen wollte. Andere berichten von Wundern. Kinder, die im Sturm verloren gegangen waren, hätten einen Mann im langen weißen Gewand getroffen. Auf einem Baum habe er mit ihnen den Sturm abgewartet und sie danach heimgebracht. „Besonders schlimm hat es die Philippiner getroffen, die im Ausland arbeiten.“ Einer ihrer Nachbarn, sagt Anita, ist nach der Katastrophe nach Hause gekommen, aber da war nichts und niemand mehr. „Er hat den Tod aller seiner Verwandten nicht verkraftet und ist verrückt geworden. An Weihnachten kocht er immer noch für die ganze Großfamilie.“

In manchen Monaten, auch außerhalb der Taifunzeit, regnet es täglich. Ein Jahr lang rollt sich Anitas Enkelin imagebei jedem Regenschauer zusammen und hält sich die Ohren zu. Heute tanzt sie mit ihren Cousinen zu einem Zumba-Video durch den Raum. Anita schält sich mit einer einzigen Handbewegung eine der kleinen braunen Bananen, die auf dem Esstisch liegen. Mit jedem Bissen scheint sie die Unruhe, die sich durch die Erzählung in ihr ausgebreitet hat, herunter­zu­schlucken. „Hast Du das Kreuz an unserem Eingang ge­se­hen?“, fragt sie. Ein angeschlagener Christus auf schwarzem Holz. Dort, wo einst seine Hände waren, sind nur noch kleine helle Stellen zu erkennen. Die Arme fehlen ihm ab dem Schultergelenk. „Das habe ich zum Schutz aufgehängt. Yolanda hat es uns vor die Tür gelegt.“

 


#WhatWeNeed

Was brauchen die Philippiner, um ein besseres Leben führen zu können? Unter dem Hashtag #WhatWeNeed teilen sie ihre Gedanken dazu in sozialen Netzwerken mit der Welt.

 


Banig – Ein Handwerk mit Tradition

Das Pendant zu unserem Bett und Sofa ist in einfachen Haushalten Südostasiens die gewebte Matte Banig. Basey ist eine der ältesten Regionen der Philippinen, in der Frauen mit dem Weben der Matten ihren Lebensunterhalt bestreiten. Auch für Saisonarbeiter auf dem Feld ist die Herstellung von Banig ein wichtiger Zuverdienst in den Monaten zwischen Saat und Ernte. Doch die Job-Perspektiven und Gehaltsvorstellungen der jungen Menschen sind andere. Sie suchen Arbeit in der Hauptstadt Manila oder ziehen als Haushaltshilfen in ein anderes Land. Das über Generationen weitergegebene Handwerk – einer der entscheidenden Wirtschaftsfaktoren in der Region – droht auszusterben. Oder gibt es doch noch Hoffnung für die Weber und Näher von Basey?

In diesem Bild sind neun Infopunkte versteckt, hinter denen kleine Geschichten liegen. Von der Ernte und Verarbeitung des heimischen Schilfgrases Tikog, das in Basey zum Weben benutzt wird. Von dem einzigen männlichen Handarbeiter unter mehr als 3000 Frauen. Oder davon, was passiert, wenn ein Hilfsprojekt zu Ende geht.

Ist das Bild zu klein? Hier geht es zur Vollversion.

 


Medizinische (Selbst-)Versorgung

Im Norden der Insel Cebu gibt es kaum Touristen oder Handelszentren. Bankautomaten sind so rar, wie es der Reiseführer vorhersagt. Ansonsten umgeben einen Palmen, Getreidefelder und Zuckerrohrplantagen. Der vom Staat vorgeschriebene Mindestlohn für Arbeiter in der Zuckerwirtschaft fängt bei 290 philippinischen Pesos (PHP) pro Tag an, das entspricht etwa 5,60 Euro. Die Realität auf dem Feld liegt aber bei 1,60 Euro und reicht gerade mal für ein Kilo Reis und fünf Liter Wasser. Bereits Anfang Januar ist es sehr warm, das ungefilterte Wasser kommt aus dem Brunnen. Nur Familien, die ein bisschen mehr als andere besitzen, können sich leisten, es am Kiosk zu kaufen. Aus der Ferne scheint die Natur unberührt. Wer genauer hinsieht, entdeckt überall verstreuten Plastikmüll.

Spuren der Zerstörung sind auch nach zwei Jahren noch sichtbar.

Manches Haus ist seit Taifun Yolanda nicht viel mehr als ein Fundament mit Plastikplanen. Die Notzahlung der Regierung von 30.000 PHP (~600€) für ein zerstörtes Haus kam bei vielen Be­troffenen erst im Spät­sommer 2015 an. Und nach­dem die staat­liche Unter­stützung nicht in Form von Bau­materialien verteilt wurde, sondern bar, wundert es nicht, wenn die Menschen diesen einmaligen Reichtum lieber in das investieren, was gerade benötigt wird: Reis für die Kinder und Futter für das Vieh.

Wer studieren kann, der geht.

Das Stadtleben nach dem Universitätsabschluss für die Provinz wieder aufzugeben, kommt für viele Philippiner nicht in Frage. Als Landarzt zu arbeiten, ist nicht besonders attraktiv. Aber was können Kranke tun, wenn der nächste Arzt mehr als eine Fahrtstunde vom heimischen Dorf entfernt ist? Und der Notdienst gar nicht erst losfährt, weil er die schlechten Straßenverhältnisse kennt. In solchen Situationen entscheiden Standort, Mobilität und Ersparnisse eines Patienten darüber, ob er weiterlebt oder stirbt. Ab und an präventiv einen mobilen Arzt auf Reisen zu schicken, reicht nicht aus. Das haben auch die Hilfsorganisationen verstanden.

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Auf dem Boden der Tatsachen

Unsere Füße hinterlassen Spuren. Wie wir leben und wo wir im Leben stehen, hinterlässt Spuren an unseren Füßen.

 


Die rosaroten Boote von Hilantagaan

Uschi und Eber­hard haben zwei Leben ver­ändert. Sie haben Geld ge­spen­det und damit den Bau der beiden rosa­farbenen Motor­boote unter­stützt, die heute in der Visayas-­See liegen und ihre Namen tragen.

Für Victor ist mit „Uschi“ alles einfacher geworden – nicht nur das Fischen. Er gehört zu den Menschen auf der Insel Hilantagaan, die ein Jahr nach Taifun Yolanda von einer lokalen NGO ausfindig gemacht wurden. Weder von der Regierung noch von einer anderen Organisation hatte er bis zu jenem Tag Hilfeleistung erfahren.

Weiter im Norden entlang der Westküste schraubt Nicolas an seinem Boot „Eberhard“. Eine Mitarbeiterin der philippinischen Hilfsorganisation HELP for Peace erzählt, dass sie ihn bei der letzten Begegnung ermahnt hat, das ihm überlassene Boot nicht verkommen zu lassen. Jetzt zeigt Nicolas stolz, dass er Wort gehalten hat.

Hilantagaan Island erfüllt alle mitteleuropäischen Vor­stellungen einer Trauminsel: weiße Palmenstrände, klares Wasser, Wärme. Victor und Nicolas kennen nichts anderes. Für sie ist das Alltag. Dieser kurze Film stellt die beiden Männer vor:

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Sturmstärke 5 – Das Haus hält

Die Insel Bantayan im Nordwesten der Provinz Cebu ist ein Reservat. Hier ein Grundstück zu kaufen, ist nicht möglich. Dona Enriqueta Rosacena hat aber von ihren Eltern viel Land auf Bantayan geerbt. Einen Teil davon überlässt sie den Ärmsten der Region, um dort zu leben und Felder zu bewirtschaften. An zwei Stand­orten auf dieser Fläche wachsen Sied­lungen aus Fertig­häusern: die Kibbuzim Sillon und Sulan­gan. Sie sollen ihren Be­wohnern ein stabiles Dach über dem Kopf geben.

Damit beim nächsten Sturm keines der Häuser einstürzt oder im Regen aufquillt, setzen die Hilfsorganisationen bei der Auswahl der Baustoffe auf nachhaltige, umwelt­schonende Materialien, die durch innovative Technologien widerstandsfähig gemacht werden.

Peu à peu wird aus den Häuschen ein Dorf. Am 05. Oktober 2014 legten die Organisationen den Grundstein für ein Gemeinschaftszentrum im Sillon Kibbutz:

Knapp zehn Quadrat­meter Wohn­fläche bietet ein Haus. Das entspricht auf den Philippinen dem einfachen Standard eines Paares mit zwei Kindern. Koch­stelle und Wasch­platz liegen wie üblich dahinter. Ein Familienvater erzählt von seinen Erinnerungen an Taifun Yolanda. Von der Not­evakuierung in ein Schulgebäude habe seine Familie erst durch den Bürgermeister erfahren – zu einem Zeitpunkt, als all jene schon längst geflohen waren, die Medienberichte verfolgt und den Ernst der Lage verstanden hatten.

Bevor das Familienporträt vor der Haustüre entstehen kann, muss sich die Landeignerin Dona erst noch zu den Eltern und ihrer Tochter gesellen. Denn ein philippinischer Aberglaube besagt: Nur drei Menschen auf einem Foto, bedeutet für einen von ihnen den baldigen Tod.

Dr. Richard Kochoa leitet die philippinische Nicht­regierungs­organisation HELP for Peace, die für das Kibbuz-Projekt mitverantwortlich ist. In diesem Video führt er durch die beiden Standorte und erklärt, worauf es beim Häuserbau in einer katastrophengefährdeten Region an­kommt:

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#WhatWeNeed

 


Faktencheck – Herausforderungen Humanitärer Hilfe

Fakt ist, …

  • die Grundversorgung der philippinischen Bevölkerung mit einer ausgewogenen Ernährung, flächendeckenden Infrastruktur, fairen Entlohnung, stabilen Behausung und medizinischen Fürsorge kann bereits im Normalzustand nicht von der Regierung gewährleistet werden.

  • längerfristige Hilfsprogramme müssen so angelegt sein, dass sie eine Naturkatastrophe überstehen und die Strukturen nicht von Null an neu aufgebaut werden müssen.

  • wird die Region von einer Naturkatastrophe überrascht, verlagert sich der Fokus humanitärer Hilfsprojekte auf die akute Nothilfe.

 


10 Dinge, die Du über Taifune auf den Philippinen wissen solltest

  1. Sturmwächter. Der philippinische Wetterdienst PAGASA kontrolliert ein Gebiet, das von der Nordspitze Bruneis im Süden bis Taiwan im Norden und der Republik Palau im Osten reicht.
  2. Hoffnungsträger. Die Abkürzung PAGASA steht für Philippine Atmospheric, Geophysical and Astronomical Services Administration, das Wort pagasa bedeutet auf Filipino Hoffnung.
  3. A, B, C. Die alphabetische Namensliste, nach der Stürme im philippinischen Meteorologiebereich benannt werden, kommt alle vier Jahre wieder zum Einsatz. Auring war am 04. Januar 2013 die Nummer 1. Wäre Zoraida am 11. November nicht der letzte Sturm gewesen, hätte PAGASA auf eine Ersatzliste mit zehn weiteren, alphabetisch sortierten Namen zurückgegriffen.
  4. Land in Sicht? Von den 25 Wirbelstürmen 2013 gingen zehn über Land: A, C, G, J, L, S, V, W, Y und Z. Die anderen 15 fegten über den Pazifik. Dante entwickelte sich am 9. Juni auf dem Weg zu dem Inselstaat und leitete damit die Regensaison ein.
  5. Das bisschen Wind… Crising zog im Februar als Tiefdruckgebiet über die südphilippinische Inselgruppe Mindanao – Wind und Regen zerstörten 53 Häuser komplett sowie 119 zum Teil und ruinierten die Ernte von Mais, Getreide sowie Gemüse im Wert von rund 211.700 Euro. Das Tief betraf mehr als 260.000 Menschen, vier starben. Auf die Windstärke alleine kommt es eben nicht an.
  6. In sieben Tagen übers Meer: So lange hielt sich ein Wirbelsturm im Jahr 2013 durchschnittlich. Taifun Urduja dauerte am längsten an: ganze elf Tage wirbelte er von der Entstehung bis zum Abklingen.
  7. Yolanda schreibt Geschichte – als einer der stärksten Wirbelstürme seit Beginn der Wetteraufzeichnungen im 19. Jahrhundert. Auf dem Klimarisiko-Index von Germanwatch belegen die Philippinen 2013 den ersten Platz, gemessen an der Anzahl der Toten und wirtschaftlichen Einbußen durch Klimakatastrophen. Die philippinische Regierung führt Listen der während Yolanda registrierten To­ten und Ver­letzten, in denen sie Name, Alter, Geschlecht, Adresse und medi­zinische Auf­fällig­kei­ten nennt. Als häufigste Todesursache taucht „er­trun­ken“ oder „er­schla­gen“ auf – bei manchen mit dem Zusatz „auf dem Weg zum Evakuierungszentrum“.
  8. Spitzenwerte von 379 km/h erreichten die Böen von Supertaifun Yolanda, PAGASA schätzte die maximale Wellenhöhe der Sturmflut auf 5,2 Meter.
  9. Es schüttet wie aus Eimern. 248,4 Millimeter verzeichnete PAGASA während Yolanda als größte Niederschlagsmenge in einem Zeitraum von 24 Stunden. Das ist, als würde man 25 Zehn-Liter-Eimer auf einem Quadratmeter ausleeren.
  10. Was sind schon Zahlen? Mehrere Millionen Menschen verloren durch Yolanda ihr Zuhause, einen Freund, ein Familienmitglied, Nachbarn, Kollegen, ihr Haustier oder Vieh, ihre Ernte, ihre Lebensgrundlage. Aber hier geht es nicht um Zahlen. Hier geht es um Männer, Frauen, Mädchen und Jungen, die jemanden, etwas oder alles verloren haben – und denen das beim nächsten Taifun wieder passieren kann.

 


Perspektiven

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Transparenz

Die Reise auf die Philippinen sowie die Transporte, Unterkünfte und Verpflegung vor Ort wurden von der Aktion Deutschland Hilft getragen.

Im Gepäck hatte ich ein HTC-Handy, ein iPad, eine Canon 100D Spiegelreflexkamera und ein Zoom Audio­aufnahme­gerät, das mir meine Schule zur Ver­fügung stellte. Die Post­produktion erfolgte auf dem Handy, Laptop und iPad.

Das Ziel meiner digitalen Geschichte ist, Wege der Bericht­erstattung zu zeigen, die einen innovativen und inter­aktiven Mehrwert gegenüber klassischen Dar­stellungs­formaten bieten. Sowohl in den Onepager eingebettet als auch einzeln ausgespielt, sollen die Elemente das Interesse der Rezipienten an humanitärer Hilfe fördern.

Ich danke der Aktion Deutschland Hilft dafür, dass ich diese Reise machen durfte. Sie hat mir erneut vor Augen geführt, wie wenig ich von der Welt weiß. Meinen Verwandten, Freunden, Kollegen, der ELKB, der Evangelischen Journalisten­schule, meinem Mentor und besonders meiner Volo-Klasse danke ich für ihre moralische Unterstützung.

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