Behind the Scenes

Prinzipiell stehe ich lieber am Auslöser anstatt vor der Linse. Gerade auf den Philippinen war das auch meine Aufgabe. Trotzdem freue ich mich über die Bilder, mit denen die lokalen NGOs meine Arbeit dokumentiert haben 🙂

Zitat

Humans of the Philippines

Anita Ogrimen, BANIG-Präsidentin in Basey/Samar

Mir hat das Weben meine Mutter beigebracht. Ich weiß also sehr gut, wie viel Arbeit in einer Tikog-Matte steckt. Banig nennen wir die handgewebten Matten aus dem Sauergrasgewächs, aber Banig steht auch für „Basey Association of Native Industry Growth“. Im Februar 2014 haben sich 38 Frauenverbände mit mehr als 3000 Mitgliedern dazu zusammengeschlossen. Der Verein ist sehr wichtig für uns, denn die Leistung von Frauen in der Landwirtschaft und im Kunsthandwerk wird von der Regierung unterschätzt, ihre Förderung hintangestellt.
Taifun Yolanda hat unsere Tikog-Felder zerstört, aber die Hilfsorganisationen versorgten uns mit neuem Saatgut. In Seminaren haben sie uns gezeigt, wie wir Kostenaufstellungen machen und eine Marketing-Strategie entwickeln. Denn im Jahr 2020 wollen wir der Weltmarktführer für Tikog-Produkte sein. Wir arbeiten daran, alle Prozesse der Wertschöpfungskette auf einen internationalen Standard zu bringen, zum Beispiel nur noch ökologische Mittel zum Einfärben des getrockneten Tikog zu verwenden. Und wir lernen auch, welche Farben und Designs in anderen Ländern gefragt sind. Vier Mal haben wir unsere Produkte bereits auf Messen in der Region und in Manila präsentiert.
Mein Traum ist, dass wir das Weberhandwerk vor dem Aussterben bewahren können. Die meisten Frauen unter 30 haben heutzutage keine Ahnung mehr davon. Mit der Unterstützung der Hilfsorganisationen haben wir es aber geschafft, Weben als Schulfach einzuführen. Die Lehrer machen wir in Workshops mit der Produktion vertraut – von der Aussaat über die Ernte und das Einfärben von Tikog-Halmen bis zum Besticken der Matten mit bunten Schopfpalmblättern.

Bild

High Tide

Glück ist eine Momentaufnahme. Auf der Insel Bantayan
habe ich ein ganzes Album davon gesammelt.

Als ich aufwache tut mir alles weh. Über zwei Taschen gebeugt war ich eingeschlafen, mit dem Fuß in einer Schlaufe meines großen Rucksacks. Links von mir, rechts von mir nur die offene See. Im Fernseher läuft eine ohrenbetäubend schrille Karaokeshow. Drei Stufen vor mir führen zur Reling hinauf. Am Horizont erkennt man bereits einen schmalen dunklen Streifen. Die Palmen der Insel Bantayan trennen das Meer vom trist grau bewölkten Himmel. Und dennoch, mit jeder Seemeile, die wir uns dem Hafen von Santa Fe nähern, bin ich mehr davon überzeugt: Das hier muss das Paradies sein. Weiterlesen